Kompetenzmanagement wird transversal

Kompetenzmanagement ist ein strategisch wichtiges Thema, für Bildungsinstitutionen genauso wie die Wirtschaft. In unserer heutigen Wissensgesellschaft wird die ständige Weiterentwicklung und Anpassung der Fähigkeiten und Fertigkeiten der Mitarbeiter zum Katalysator für Weiterentwicklung und Innovation. Wenn sich die Rahmenbedingungen der Wirtschaft, der Märkte und Kunden ständig ändern, stellt sich die Frage, wie die Kompetenz- und Lernbestände einer Organisation flexibel entwickelt und angepasst werden können.

Eine Lösung besteht in der Schaffung einer hohen Durchässigkeit zwischen den verschiedenen Bildungs- und Lernformen – dem transversalem Kompetenzmanagement. Dies umfasst neben der formellen Bildung in Hochschulen und Schulen ebenso die verschiedenen betrieblichen Weiterbildungsformen und vor allem das gesamte Gebiet der informellen Bildung und Weiterbildung – vom Learning on the job, bis hin zu MOOCs und Projektmanagement. Für Unternehmen und Institutionen, die in der digitalen Umwelt weiterhin kompetitiv bleiben wollen heißt dies nach Wegen zu suchen, um neue Kompetenz- und Lernstrukturen zu entwickeln, mit denen eine hohe Durchlässigkeit von Kompetenzen und damit gleichzeitig der Transfer von Kompetenzen zwischen den verschiedenen formellen und informellen Lernformaten gewährleistet ist.

Diese Thematik kritisch zu diskutieren ist das Ziel einer von mir mitinitiierten Expertentagung der Fachgruppe Kompetenzmanagement der Gesellschaft für Wissensmanagement. Das Ziel der Diskussion wird es sein, die gegenwärtigen Grenzen, Entwicklungsziele und Wege zu einem Konzept übergreifenden, ganzheitlichen und vernetzten Managements von Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen am 26. Februar 2016 in Berlin mit ca. 10-20 “handverlesenen” Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft zu diskutieren. Ausgangspunkt wird ein von uns verfasstes Thesenpapier sein, in dem wir in groben Zügen unsere Sicht auf ein neues, integratives und transversales Kompetenzmanagement skizzieren. Ich selbst werde einen kurzen Impulsvortrag zu den zukünftigen Entwicklungen in der HR-Industrie, im Bereich Talent Analytics und Talent Diagnostics halten und bin gespannt, welche Perspektiven sich in der Expertenrunde im Hinblick auf die Gestaltung der Rahmenbedingungen für ein integratives Kompetenzmanagement ergeben.

Das langfristige Ziel unserer Diskussion soll es sein, Impulse zur Reformierung der vorherrschenden Kompetenzmanagement-Systeme und -modelle zu setzen und damit die Durchlässigkeit und Flexibilität der Kompetenzsysteme in Organisationen und Institutionen zu verbessern. Trotz der Bedeutungszunahme lebenslangen Lernens, das vor allem durch informelle Fähigkeiten geprägt ist, favorisieren heutige Bildungs- und Lernstrukturen eher formelle Abschlüsse. Immer noch ist es die Anerkennung und damit der Transfer von informell gewonnener Kompetenzen zwischen Hochschulen, privaten wie auch staatlichen Organisationen ein großes Problem.

Über die Ergebnisse der Tagung werde ich selbstredend auf diesem Blog berichten. Bei weiterem Interesse an der Tagung bitte kurze Info über das Kontaktformular an mich, Alle Infos zur Tagung gibt es auf der Website der Fachgruppe Kompetenzmanagement der Gesellschaft für Wissensmanagement.

 

Photo by Luc Gallopin/ CC BY

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