Tata Group: Strategisch Kompetenzen entwickeln

Der Anspruch ist enorm: Die Tata Group möchte demnächst zu den zehn innovativsten Firmen der Welt gehören. Schaut man sich an,wer zu den heutigen Top 10 zählt, so finden sich darunter relativ viele junge Unternehmen, deren Geschäftsmodell weniger als 20 Jahre alt und deren deren Markt wachstumsstark und eng an die technologischen Entwicklungen des Internetzeitalters gekoppelt sind. Zu den aktuell innovativsten Firmen der Welt zählen laut Forbes.com u.a. Salesforce.com, Amazon.com, VWware, Red Hat, Rakuten etc.

Quelle: Forbes.com, Juni 2015, Top10 der innovativsten Firmen weltweit

Quelle: Forbes.com, Juni 2015, Top10 der innovativsten Firmen weltweit

Dass große Ziele fpr Tata kein Problem darstellen, zeigt sich schon an der schieren Größe des Konglomerats: Der Riesentanker Tata kann auf eine über 100-jährige Geschichte zurückblicken. Strukturell besteht das Geflecht aus über 100 Einzelfirmen in 100 Ländern mit einem Gesamtumsatz von über 103 Milliarden US-Dollar. Doch aber wie kann dieser träge Riese mit den kleinen, schnellen Internetfirmen am Markt mithalten und sich zu einem innovativen Unternehmen entwickeln?

[message_box title=”Wie wird der Innovationsgrad bestimmt?” color=”grey”]Die Redaktion von Forbes.com entwickelte ein Innovationsbarometer, mit dem sich der Innovationsgrad eines technologisch orirntierten Unternehmen bestimmen lässt. Die Firmen werden in diesem Modell nach dem so genannten Innovations-Premium gerankt, der sich als Differenz zwischen zwischen der heutigen Marktkapitalisierung sowie dem Net Present Value (NPS), also dem Nettobarwert, der Kennzahl der diskontierten Zahlungsströme für existierende Geschäftsfelder, ermittelt. Die Differenz zwischen beiden Werten wird als Bonus gewertet, den ein Investor bereit ist zu zahlen, da er glaubt, dass die Firma auch in Zukunft profitables Wachstum an den Tag legen wird.  [/message_box]

Die größten Herausforderung für Firmen wie Tata, deren Strukturen als auch Geschäftsmodell traditionell geprägt ist, liegt auf der Hand: Traditionelle Firmen sind meist stark diversifiziert und meist nach angestammten Branchen organisiert. Ihr Portfolio an Produkten und Produktsegmente ist immens und meist sind die legalen Beziehungsgeflechte zwischen den Firmen kaum mehr zu überblicken. Bei Tata nun ein neuer, und nebenbei auch der erste Chief Technology Officer (CTO) der Tata Group bringen. Nach den Vorstellungen von Gopichand Katragadda geht es vor allem um die Bewusstmachung der intellektuellen Fähigkeiten, die hinter den komplexen Strukturen des Konzerns und seiner Marken stecken. Es geht vor allem um die Konzentration auf die eigenen Stärken und Mitarbeiter, sowie die Vernetzung der verschiedenen Kompetenzfelder, die in einem Konzerngeflecht vorhanden sind.

Strategische Hebel zur Innovierung

Der Weg konsequenter Innovierung, so lehrt uns Tata, kann nicht ausschließlich nur in der Verbesserung der Geschäftsmodelle oder Prozesse eines Unternehmens liegen. Wichtiger ist vor allem die richtige Wahl der Schlüsseltechnologien, mit denen der Markt bearbeitet wird und darauf aufbauend die konsequente Anreicherung der Firma mit intellektuellem Guthaben (Intellectual Property) in Form von Patenten, Lizenzen etc. was zur Differenzierung des Produktportfolios am Markt führen wird.

Um diesen Weg einzuschlagen, eignen sich vor allem drei Taktiken aus dem strategischen Innovationsmanagement:

In einem ersten Schritt muss für jede Firma transparent gemacht werden, welches Intellectual Property die jeweilige Firma produziert. Dadurch können meist ungenaue Einschätzungen, welches Patent welchen Beitrag leistet, transparent gemacht werden. Manager sind sich oftmals nicht bewusst, dass ein Patent, das eigentlich nur einen Schutz bestehender Geschäftsfelder darstellt, plötzlich Einfluss auf die technologische Ausrichtung ganzer Branchen oder Industrien haben kann. Werden diese Assets transparent gemacht, kann in einem nächsten Schritt entschieden werden, in welche Technologie oder in welche Produkte verstärkt investiert wird, um so zB. First Mover Effekte zu erzielen, oder welche technologischen Felder desinvestiert werden. Sind diese Strukturen offengelegt, können basierend Roadmaps für einzelne Marktbereiche entwickelt und übergreifend über die einzelnen Firmen ausgerollt werden.

Neue Produkteinführungen ist ein weiteres Feld im Innovationsmanagement. Hier besteht die Chance, vor allem Teams und Kompetenzbereiche miteinander zu vernetzten, die bis dato isoliert voneinander an neuen Produkten gearbeitet haben. Durch die Vernetzung werden neue Problemlösungsprozesse initiiert, da Entwickler, die an ähnlichen Problemen arbeiten, nun miteinander sprechen. Doch anstatt, wie in der Vergangenheit ofrmals propagiert, Teams nur virtuell miteinander zu vernetzen, zählt die physische Präsenz vor Ort zu einem der stärksten Instrumente im Kompetenz- und Innovationsmanagement.

Ein weiterer Hebel liegt in der Zusammenarbeit mit Universitäten oder Agenturen, da damit frisches Knowhow in die Unternehmen fließt. Während die interne Vernetzung speziell auf den Problemlösungsprozess im Sinne der methodischen Kompetenz Auswirkungen hat, hat die Vernetzung mit externen Knowhow-Trägern Vorteile für die Anreicherung mit neuem Fakten- und Strukturwissen.

Interview mit dem neuen CTO der Tata Group

Liste der Top-10 Firmen nach Forbes.com

 

Photo by sutjathafan/ CC BY

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