Digitale Trends und Vodoo: Wie valide sind Trendprognosen?

In jeder Hinsicht gibt es Trends. Sie  helfen uns dabei, Entwicklungen in bestimmten Lebens- oder Fachgebieten  besser zu verstehen und die zukünftigen Entwicklungen aus geschäftlicher Sicht zu reflektieren und ggf. neue Wege des Handelns einzuschlagen. Trends sind insofern ein probates Mittel, Komplexität durchschaubarer und verständlicher zu machen. Soweit so gut. Trends sind also super.
Was oftmals übersehen wird, ist die Art und Weise, wir Trend-Prognosen in Form auguraler Institutionen entstehen. Nehmen wir zum Beispiel den Klimatrend. Dieser ist sicherlich kein Trend, der innerhalb eines Jahres kommt und geht, sondern eine auf wissenschaftlichen Daten und Modellen basierte Argumentation und Interpretation bestimmter Datenmuster und -strukturen. Die Erfassung der Daten läuft typischerweise, wie der Klimatrend, über eine längere Zeitperiode hinweg. Je länger die Daten erfasst werden, umso valider können die Muster deduziert werden. Von den eigentlichen datenbaiserten Trend ist die Medialisierung des Trends zu unterscheiden. Je stärker ein Trend-Thema in das Interesse der Medien und kommunikativen Organe rückt, desto grösser wird die Gefahr, der Über-Thematisierung. Am Beispiel des Klimatrends lässt sich dies gut feststellen. Anhand einer Auswertung in Google Trends erkennt man deutlich in den Jahren zwischen 2010 und 2012 einen medialen Peak dieses Themas.
In diesem Sinne kann der Klimatrend eher als ein Marketingphänomen angesehen werden, als eine echte Entwicklung. Je grösser das Interesse von Lobbyisten, Politik und Öffentlichkeit an einem Thema ist, desto grösser ist der mediale Druck und damit auch das vom Konsumenten wahrgenommene Interesse. Fassen wir zusammen:
Trends existieren, egal ob wir sie thematisieren oder nicht. Die Thematisierung von Trends ist ein Punkt, der von bestimmten Interessen geleitet wird.
In Zeiten der digtialen Medialisierung nimmt der kommunikative Druck exponentiell zu, d.h. wir nehmen subjektiv immer mehr Trends wahr. Neue, innovative Kommunikationstechnologien (wie Blogs, Social Networks usw.) finden in Form von Business-Anwendungen oder Web-Applikationen stest auf natürliche Art und Weise ihren Weg zum Endkonsumenten. Das ist streng genommen ein permanent fortlaufender transformativer Trend von der Innovation zur Applikation. Je breiter die Anwendung ist, desto breiter ist dessen Rezeption. In der breiten Anwendermmasse finden sich natürlich stets einige Fachexperten, die diese Entwicklungen aufgrund ihres breiten Anwendungswissens erkennen und in ein schickes neues Anwedungskleid packen.
Ein nettes Beispiel dafür bietet uns die PR-Agentur Edelmann, die selbstredend ein zirkuläres Interesse zwischen einem neuen so genannten Trend-Thema und ihrem Geschäftserfolg zu schaffen in der Lage sind. Wie sonst können die wirklich spannenden neuen Trends erklären, die uns Ottonormalos zu umtreiben. Am besten gefällt mir dabei das Thema “Own your zone” sowie “Connect the Dots”. Beides waren Lieblingsthemen meiner Kindheit. Beie hießen nur damals anders. Das eine war Kinderzimmer und das andere war Punkte verbinden. Nun, daran sieht man wieder recht eindeutig, dass es ganz schön lnge dauern kann, dass ein Trend sich als ein Trend auch zeigt.
Am Ende lässt sich nur hoffen, dass nicht alle Trends wahr werden, denn wer würde schon gerne eine “Social Media Schizophrenia” seinen eigenen Trend nennen.
In diesem Sinne schön weitermachen.
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Photo by Blue Creations/ CC BY
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