Paradox der digitalen Transformation

Angesichts der immer komplexer werdenden digitalen Landschaft denken viele Entrepreneure, Strategen und Unternehmensplaner laut über die Vorteile der innovativen, digitalen Transformation nach. Das Ziel, das sich in vielen Köpfen festsetzt, ist vor allem die Nutzung digitaler Technologien im Unternehmen zu beschleunigen um vor allen eines zu erreichen: disruptive Geschäftsmodelle die möglichst neue und bisher unerkannte strategische Ergebnisse bescheren. Wichtig dabei ist: alles muss möglichst aus einer digitalen Brille mit Fokus auf Technologien bewertet sein. Das Ziel der zwangsverordneten Digitalisierung konstituiert sich jedoch nicht von ganz allein sondern ist ein Ergebnis eines nicht enden wollenden Mantras unzähliger Online-, Social Media-, Digital- oder wahlweise auch Zukunfts-Berater, die einen überbordenden Technologie-Affirmismus propagieren – angefangen von den Vorteilen des Internet of Things für die Intelligenz unserer Kühlschränke, über die Nutzung von Daten und Algorithmen für noch effizientere Produktion (was unter dem geflügelten Wort Industrie 4.0 kursiert), bis hin zur umfassenden Kollaboration in Unternehmen, was auch von den Insidern als Enterprise 2.0 diskutiert wird.

Bei näherer Reflexion der Erfolgsfaktoren digitaler Transformationsvorhaben in der Praxis zeigt sich, dass nicht die reine Technologie und Software-Lösung das Epizentrum für digitale Geschäftsmodelle darstellt. Zur erfolgreichen Entwicklung und Umsetzung digitaler Transformationen sind vor allem solide strategische und planerische Arbeiten in Kombination einem Management, das über “Zeitgeist”, gesunden Innovationsgeist und Kompetenz im Umgang mit digitalen Strukturen, Technologien und Organisationsformen verfügt, entscheidend.

Die Adoption der digitalen Entwicklung in Gesellschaft, Arbeitswelt und Ökonomie  muss vor allem unter dem Gesichtspunkt der strategischen Bereitschaft als eine Option von vielen vorangetrieben werden. Viele Unternehmen analysieren zuerst die Technologie und vergessen darüber hinaus sich mit den für ihr Geschäft spezifischen Optionen der Nutzung und Einbindung der Technologie zu beschäftigen. Allein in Deutschland beträgt heute die Marktdurchdringung mit Smartphones schon 40% der Gesamtbevölkerung, in den USA schon 56%. Mobile Szenarien in der Kommunikation, der Wertschöpfungsprozesse, der Arbeit am Arbeitsplatz, sei es im Vertrieb, der Entwicklung oder der Fertigung, fehlen heute aber bei fast allen Betrieben.

Smarktphone Marktdurchdringung Deutschland und USA, März 2015 (Quelle: http://think.withgoogle.com/mobileplanet

Smarktphone Marktdurchdringung Deutschland und USA, März 2015 (Quelle: http://think.withgoogle.com/mobileplanet

Quelle: http://www.forbes.com/sites/joemckendrick/2015/03/22/digital-business-paradox-all-technology-but-ultimately-not-about-technology/

Photo by opensource.com/ CC BY

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