Schließt die Türen! Google Streetview ist da.

Das von der Politik und den Medien verteufelte Schreckgespenst Google Streetview traut sich nun endlich an den Start. In der Nacht zu Donnerstag schaltete Google die Panorama-Ansichten für ca. 20 große Städten wie Berlin, Hamburg, Frankfurt oder München auf seiner Seite frei.

Die Frage stellt sich also: wie wird dieser Dienst unser Leben ändern. Wird Google unser aller Leben transparenter machen, wird Google ein neues Schlupfloch für Terrorismus oder staatsfeindliche Aktivitäten bieten, werden die Intimsphären und von Millionen Menschen ausgespäht? Meine Prognose: nein. Die Diskussionen um die Relevanz des Datenschutzes und der Auswirkungen dieser Geo-Location-Applikation sind in diesem Fall überzogen – doch was die Medien in den letzten Monaten (vor allem im Sommerloch) für eine Phobie auslösten, lässt sich kaum beschreiben:

Ein Beispiel: eine Oma fragte mich vor kurzem in trauter Kaffeerunde danach, ob es wirklich stimme, dass man auf Google ab sofort in ihre Wohnung schauen könne. Was ein Irrwitz liegt in dieser Frage! Nun möchte ich natürlich nicht der Oma irgend ein Unwissen unterstellen – doch welche Paranoia durch die Medien in der Bevölkerung rund um das Thema Geolocation erzeugt und Ängste geschürt wurden, ist unbegreiflich. Frau Aigner, die sicherlich besseres zu tun hätte, als sich über ein Google Gadget selbst zu profilieren, ist Teil dieser paranoiden Bewegung. Sie kritisierte den Dienst als Eingriff in die Privatsphäre, obwohl Google die Straßen schon lange mit seinen Kamerawagen abfotografiert hatte. Dadurch wurde der Start des Dienstes verzögert und die Medienkohorte schlachtete genüsslich Frau Aigners dilettantischen Widerstand aus. Wie erwartet stößt man beim Betrachten der Straßenansichten aktuell auf einige verschwommen Gebäudeansichten, die das Erlebnis von Google Streetview etwas einschränken. Vorab hatten ca. 200 000 Haushalte, was laut Google in etwa 3 Prozent der Haushalte betrifft, einen Antrag gestellt, ihre Wohnhäuser auf den Straßen-Aufnahmen unkenntlich zu machen.

Was aber erstaunlich ist, ist das sich rasant entwickelnde Eco-System rund um die Geo-Applikation. So sind von Anfang an verschiedene Business-Partner am Kartendienst GoogleStreetview beteiligt, darunter unter anderen Immobilenscout24, HRS oder Lufthansa. Die Businesspartner nutzen das neue Angebot, um ihre eignen Service-Applikationen noch komfortabler zu gestalten und dem Kunden eine komfortable Navigation der lokalen Umgebung zu erlauben, so wird man in Zukunft in ausgewählten Destinationen seine Wunschimmobilie bereits vor dem Besuch in einer 3D-Perspektive betrachten können, was sicherlich einige unnötige Wege erspart. Ein ganz besonderes (presserelevantes) Schmankerl zieht Google mit der Kooperation mit Phillip Lahm aus dem Ärmel: Auf Youtube begleitet uns Phillip Lahm mit Hilfe von Google Streetview in verschiedene deutsche Stadien. Da muss man nur noch hoffen, dassGoogle Football nicht so schnell Einzug in unser aller Leben halten wird.

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out, out of play, off, over, from, out of, of, for, off
Photo by Armand Frasco / CC BY
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