Spielend Kompetenzen entwickeln – Gamification im Talent Management

Spielen macht nicht nur Spaß

Wenn wir heute über Gamification nachdenken, starten wir am besten mit den guten alten Online-Spieleklassiker: Pac Man, Pong, Mario Brothers oder auch neue Spiele, wie Call of Duty oder War of Warcraft. Allein in Deutschland spielen laut VUMA täglich über 2 Millionen Menschen Computer-Spiele, knapp 5-6 Millionen zocken mit längeren Abständen im onlinebasiert oder am PC (Quelle: Statista.de, Deutschland; ab 14 Jahre; deutschsprachige Bevölkerung). Spiele machen offenbar Spaß. Durch Spielen lernen wir – das kennen wir von unseren Kindern. Spiele helfen aber auch dabei, uns mit anderen Menschen zu verbinden. Gerade im Online-Gaming haben sich schon riesige, weltweit vernetzte Communities entwickelt. Schaut man auf das weltweit größte Online-Rollenspiel World of Warcraft, so verzeichnete die Plattform in 2015 rund 5-7 Millionen Abonnenten weltweit. Ein enormes Potenzial für die digitale Vernetzung. (P.S: seit Q4 2015 veröffentlicht Blizzard keine Abonnentenzahlen mehr).

Doch Spielen hat auch für Unternehmen einen ökonomischen Nutzen: Wenn Nike+ zum Beispiel in einer Run-Club Community täglich von Millionen Nutzern Daten über Sportaktivitäten generieren lässt, so kann Nike damit die Bindung der Nutzer an die Plattform verbessern. Allein auf Facebook hat der Club über 6 Millionen Nike+ Run Club-Fans . Das Spieleprinzip erfüllt auch einen wirtschaftlichen Zweck.

Organisationen verändern durch Spiele

Aber das Spielen im ökonomischen Sinne – auch neudeutsch als Gamification bezeichnet – ist nur ein Prinzip, das auf Produkte angewendet werden kann. Auch Organisationen können bei digitalen Transformation ihrer Strukturen davon profizieren. Und tatsächlich halten in vielen Unternehmen Badges, Fortschrittsbalken oder Highscores Einzug in den Arbeitsalltag: Das, was früher eintönige und langweilige Arbeiten waren, macht durch Gamification auf einmal Spaß. Leistungsoptimierung der Arbeitnehmer als Spieleprinzip. Unter anderem experimentiert die Hotelkette Marriott mit Spieleprinzipien im Rekrutierungsprozess. Programmiert wurde ein Facebook-Spiel „My Marriott Hotel“, in dem Spieler ein eigenes Hotel managen. Die Daten, die die Spieler generieren, werden zur Auswahl und Selektion potenzieller Mitarbeiter eingesetzt. Das Prinzip dahinter ist einfach: Schütt glücklich von gibt es Punkte, für schlechten Service gibt es Punkteabzug.

Ein zweites Beispiel liefert Mozilla. Mozilla nutzt nicht das Spaßprinzip, sondern das Spieleelement der Auszeichnungen (Badges), um Anreize zu geben, neue Kompetenzen aufzubauen. Dies ist eher dem Bereich des Serious Game Play zuzuordnen. Badges liefern eine eher formalisierte Form, Kompetenzen zu erfassen. Die Mozilla Foundation stellt dafür das Framework der „open badges“ (https://openbadges.org/about) zur Verfügung, mit dem Nutzer an eine zentrale Stelle neu erworbenen Kompetenzen melden können und dadurch ein neues „bagde“ erhalten. Aus Kompetenzen werden dann „Lernabzeichen“.

Kompetenzmanagement mit Mozilla Open Badges

Kompetenzmanagement mit Mozilla Open Badges

Und wann spielen Sie?

Gamification ist also ein Prinzip, das Arbeitnehmer nicht bewusst wahrnehmen: Vielmehr geht es um kleine Belohnungen im Arbeitsalltag. Sobald die Belohnung kommt, setzt im Gehirn ein Drogenrausch durch die Ausschüttung von Dopamin ein (ein Hormon, das Sie sich gut fühlen lässt). Wenn Aufgaben also erfolgreich gelöst werden, wird Dopamin produziert, das Menschen mit Erfolg und Erfolg mit positiven Gefühlen verbinden. Arbeit macht also glücklich. Ob lustige Abzeichen, visuelle Fortschritts-Trackern oder andere Elemente: Arbeit fühlt sich dadurch weniger langweiliger an und führt ganz unbewusst zu mehr Kompetenz und höherem Engagement der Mitarbeiter.

Foto Credit: Oliver Henze @flickr.com

 

Linktipps:

Statista.de – Anzahl der Personen, die in Deutschland Online-Spiele spielen

esportsobserver.com – Number of World of Warcraft Subscribers

Liste der besten Online-Spiele von 1972 bis 2018

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